Open Source & Self-Hosting
Open-Source-Phishing-Simulation selbst hosten
Wer geklickt hat, wer gemeldet hat, wer eine Pflichtschulung nicht abgeschlossen hat – Awareness-Plattformen sammeln Verhaltensdaten über Beschäftigte. Das ist ein guter Grund, sie nicht in eine fremde Cloud zu geben.
Warum Awareness-Daten heikel sind
Eine Phishing-Simulation erzeugt eine Datenspur, die es in sich hat: Sie zeigt für jede einzelne Person, ob sie auf einen simulierten Angriff hereingefallen ist. Aus Sicht des Datenschutzes ist das Verhaltensdatum von Beschäftigten – und aus Sicht des Betriebsrats ein Thema, das ohne saubere Regelung schnell zur Mitbestimmungsfrage wird.
Deshalb sind zwei Prinzipien wichtiger als jedes Feature:
- Pseudonymisierte Auswertung. Kennzahlen auf Team- und Organisationsebene statt einer Rangliste der Klickenden. Wer eine Simulation zur Leistungskontrolle umbaut, verliert die Belegschaft – und handelt sich arbeitsrechtliche Probleme ein.
- Datenhoheit. Je weniger die Daten wandern, desto kleiner die Angriffsfläche und der vertragliche Aufwand. Self-Hosting ist hier die radikalste Antwort: Es gibt keinen Auftragsverarbeiter, weil es keine Verarbeitung außer Haus gibt.
Open Source ist nicht gleich Open Source
Der Begriff wird für sehr unterschiedliche Modelle verwendet. Die Unterschiede sind praktisch relevant:
| Modell | Was Sie bekommen | Typischer Haken |
|---|---|---|
| Vollständig Open Source | Kompletter Funktionsumfang unter freier Lizenz | Betrieb, Inhalte und Support liegen bei Ihnen |
| Open Core | Freier, nutzbarer Kern; kommerzielle Add-ons | Für Automatisierung und Compliance zahlen Sie |
| Source Available | Einsehbarer Code, aber Nutzung eingeschränkt | Kein echter Self-Hosting-Anspruch |
| „Open” als Marketing | Nur ein öffentliches Repo für Beispieldateien | Der Kern bleibt eine Blackbox |
SentryMail ist Open Core: Der Kern liegt offen und ist dauerhaft kostenlos selbst betreibbar. Die Add-ons finanzieren die Weiterentwicklung. Wir halten das für ehrlicher, als ein Produkt „Open Source” zu nennen, dessen nützliche Hälfte hinter einer Lizenzprüfung steckt.
Was Self-Hosting wirklich kostet
Kostenlos ist die Lizenz, nicht der Betrieb. Rechnen Sie realistisch mit:
- Infrastruktur – ein Container-Host, Datenbank, Backup, Monitoring
- Zustellbarkeit – SPF, DKIM und DMARC so gesetzt, dass Ihre eigenen Simulationen ankommen, ohne dass Sie die Domain-Reputation beschädigen
- Allowlisting – der Mail-Gateway muss Simulationen durchlassen, sonst messen Sie die Filterqualität statt die Aufmerksamkeit Ihrer Belegschaft
- Lerninhalte – Trainings altern, Angriffsmuster ändern sich
- Pflege – Updates, Sicherheitspatches, Wiederherstellungstests
Der letzte Punkt ist der, an dem Open-Source-Projekte im Unternehmen scheitern. Ein Tool, das nach acht Monaten niemand mehr aktualisiert, ist kein Compliance-Nachweis, sondern ein Risiko.
Unsere ehrliche Empfehlung: Wenn Sie ein Team haben, das ohnehin Container betreibt, ist Self-Hosting eine gute Wahl und die Community-Edition der richtige Einstieg. Wenn Sie diese Kapazität nicht haben, kaufen Sie mit einem Add-on vor allem Zeit – und die ist meist billiger als die Stunden, die ein selbstgebautes Programm im Jahr frisst.
Vom Framework zum Awareness-Programm
Klassische Open-Source-Phishing-Frameworks lösen eine Teilaufgabe: Sie verschicken Kampagnen und zählen Klicks. Was sie nicht liefern, ist der Rest des Programms – Lerninhalte im Anschluss an den Klick, eine Fortschrittsmessung über Monate und eine Dokumentation, die einer Prüfung standhält.
SentryMail setzt genau dort an: Die Simulation ist der Auslöser, das kurze Training die Reaktion, der Awareness-Score die Messgröße und das Reporting der Nachweis. Wer heute Gophish betreibt und an die Grenze dieser Werkzeugklasse stößt, findet hier den nächsten Schritt, ohne den Self-Hosting-Ansatz aufgeben zu müssen.
Häufige Fragen
- Ist SentryMail vollständig Open Source?
- Der Kern ist Open Source und lässt sich dauerhaft kostenlos selbst hosten – das Modell heißt Open Core. Kostenpflichtig sind die beiden Add-ons. Business schaltet die Vorlagen-Bibliothek, mehrstufige und wiederkehrende Kampagnen, Spear Phishing und Quishing, den Melde-Button für Outlook und Thunderbird, die Verzeichnisanbindung über LDAP, Entra ID und SCIM 2.0, Passkeys als zweiten Faktor sowie das Nachweis-Center für DSGVO, NIS2 und ISO 27001 frei. Enterprise ergänzt das Schulungsmodul mit automatischer Kurszuweisung und Fristen, White-Label, SAML Single Sign-On, SIEM-Export, RFC-3161-Zeitstempel auf die Nachweiskette, den NIS2-Meldeassistenten und Simulationen über SMS, Matrix oder USB-Drop.
- Was unterscheidet SentryMail von Gophish?
- Gophish ist ein reines Phishing-Framework: es versendet Kampagnen und misst Klicks. SentryMail verbindet die Simulation mit Lerninhalten, Awareness-Score und Nachweisdokumentation – also dem Teil, den Compliance-Anforderungen wie NIS2 verlangen.
- Welche Daten verlassen bei Self-Hosting mein Netz?
- Beim Selbsthosten der Community-Edition keine. Business und Enterprise prüfen den Lizenzstatus gegen unseren Lizenzserver – dabei wird der Lizenzschlüssel validiert, keine Kampagnen- oder Personendaten übertragen.
- Brauche ich für Self-Hosting eigene Admins?
- Sie brauchen jemanden, der einen Container betreibt, TLS terminiert, Backups fährt und die Zustellbarkeit der Simulations-Mails sicherstellt. Für Teams ohne diese Kapazität ist eine gehostete Lösung meist die ehrlichere Rechnung.
Kern kostenlos, Add-ons wenn Sie sie brauchen
Starten Sie mit der Community-Edition auf eigener Hardware – und schalten Sie Business oder Enterprise frei, wenn Automatisierung und Compliance-Reporting dazukommen sollen.